|
Zürich, 8.7.01
Hallo,
heute gibt es mal wieder eine Rundmail an Viele. Habe mich gerade gefragt, ob ich vielleicht mal ab und zu sporadisch ein bißchen Tagebuch führen sollte, um ein paar von meinen Schweizeindrücken festzuhalten. Dann fiel mir ein, daß ich sowieso mal wieder an diesen oder jenen eine E-Mail schreiben müßte und daß ich das vielleicht verbinden könnte. Und weil ich gerade nichts besseres zu tun habe, fange ich jetzt damit an und ihr bekommt nun eine kombinierte Tagebuch- und E-Mail-Abhandlung meiner letzten Wochen in der Schweiz zu lesen. Weil ich noch ein paar Fotos beilegen will, werde ich diese erst gegen Ende der Woche abschicken und somit werdet Ihr auch über diese Woche auf dem Laufenden gehalten. Am Anfang werden die Ereignisse wahrscheinlich recht kurz abgehandelt werden, da ich sie nicht mehr so in frischer Erinnerung habe (und einigen habe ich sicher auch schon von diesem oder jenem berichtet) und die letzte Woche wird dafür etwas ausführlicher beschrieben werden.
April
Blick über den Zürichsee
So waren die ersten Tage in Zürich, als ich Anfang April hier ankam: herrliches Wetter, warm und tolle Sicht (und ich bin die meiste Zeit auf Wohnungssuche durch Zürich gegurkt und hatte tierisch Heuschnupfen).
Deswegen bin ich auch an den übrigen April-Wochenenden (bis auf Ostern, da war ich zu Hause) Skifahren gewesen in Davos, da es dort nicht so warm ist und weniger Pollen fliegen (bzw. vor allem weil ich gerne Skifahre und es supergeilen Pulverschnee gab und natürlich auch nette Leute).

Mat fliegt durch den Pulverschnee ...
... und Norbert kämpft sich durch die Rinne
Mai
Das 1. Mai-Wochenende war ich mit Bekannten aus Jena auf Skitour in der Silvretta und bin außerdem umgezogen. Fotos von der Skitour und meinem Zimmer kann ich leider nicht bieten, da ich da nur Dias habe und hier noch keinen Diascanner auftreiben konnte.
Im Mai war dann irgendwann SOLA-Stafette und sonst insgesamt etwas weniger Wochenendstress. Dafür habe ich meine Wohnung ein bißchen mit ein paar Möbeln aus dem Brocki (so einer Art Second Hand Shop) ausgestattet (am Anfang lagen eigentlich nur ein paar Ski in meinem Zimmer und eine Isomatte und mein Rucksack), bin ein wenig mehr zum studieren gekommen und konnte so einiges an bürokratischem Scheiß regeln (wenn auch bei weitem nicht alles).
Über Pfingsten habe ich Felix in Davos besucht und es dort recht ruhig angehen lassen - einfach mal ein bißchen ausgeruht halt.
Meine erste Exkursion in der Schweiz habe ich auch gemacht und zwar gleich ganz großartig auf den Üetliberg (für alle Unwissenden: das ist zu Fuß ca. 20 min von mir zu Hause weg). War aber sehr schön und interessant, da sie sehr gut gemacht war und man auf diese Art und Weise mal ein paar Leute kennengelernt hat.
Juni
Anfang Juni war dann ein Basketballturnier in Zürich, an dem ich zum ersten Mal seit vielen Monaten wieder Basketball gespielt habe. Bin da mit meiner "alten SLF-Mannschaft" aufgelaufen und für die lange Basketballabstinenz ging es eigentlich ganz gut (fand ich). Hat auf jeden Fall viel Spaß gemacht und die SLF`ler wiederzusehen, ist auch immer ganz lustig.
Als nächstes Highlight stand dann 2 Wochen später (am 17.6.) die Grialetschstafette auf dem Programm. Das ist ein Staffel-Rennen einmal um dem Piz Grialetsch herum (eigentlich), bestehend aus einer Moutainbike-, einer Skitouren- und 3 Laufstrecken (Berg-, Tal- und Crosslauf). Dieses Rennen wurde dieses Jahr zum ersten Mal offiziell durchgeführt. Letztes Jahr gab es allerdings schon mal einen Testlauf, um die Durchführbarkeit so einer Veranstaltung zu testen. Einige von den Leuten, die das Rennen mit organisieren, habe ich während meiner Davoser Zeit kennengelernt, und so habe ich damals auch schon bei der 0. Variante der Grialetschstafette mitgemacht. Ich habe sowohl letztes als auch dieses Jahr den Tallauf gemacht (4 km, 600 Höhenmeter) und auch ohne größere Blessuren überstanden. Das Wetter war auch mindestens genauso schlecht wie letztes Jahr bzw. eher noch schlechter. An der Grialetschhütte, wo ich gestartet bin, hatte es über Nacht mehr als reichlich (40 cm laut Organisatoren) Neuschnee gegeben (siehe Foto).

Übergabe vom Skitourengeher auf den Talläufer an der Grialetschhütte bei mächtigem Schneegestöber
Insgesamt also wieder eine rundumgute Sache. Hat mal wieder super viel Spaß gemacht.
In der Woche drauf bin ich dann am Donnerstag (21.6.) mit den Geomorphologen auf Exkursion gegangen und zwar nach Grindelwald zum Unteren Grindelwaldgletscher. Sind da zunächst ein Stück mit der Bergbahn hochgefahren und anschließend immer oberhalb vom Gletscher bzw. seinem Vorfeld ein Stück das Tal hochgewandert. Das war echt klasse, da das Wetter einfach genial, der Blick herrlich und der Dozent auch nicht schlecht war. Der Typ kennt sich da wirklich sehr gut aus, denn er hat an diesem Gletscher auch selbst sehr viel geforscht und konnte uns also wirklich viel erzählen. Außerdem gab es, und das scheint hier (zumindest bei den Exkursionen, die ich bisher mitgemacht habe) generell der Fall zu sein, einen super Exkursionsführer. Ist fast schon ein Buch und liest sich auch so an sich schon ganz gut.
(speziell für die Jenaer Geologen: Was außerdem sehr entspannend ist, ist das man hier anscheinend keine Exkursionsberichte zu schreiben hat. (Scheint sowohl für Uni- als auch für ETH-Exkursionen zu gelten.) Wenn ich so an unsere Geologisch-mineralogisch-bla-bla-Geländeübung nach dem 2. Semester denke bzw. an den Bericht dazu, ist das dann doch ein echter Vorteil. Allerdings hat man dabei doch wiederum auch sehr viel gelernt...)
Apropos viel gelernt - habe im Zusammenhang mit der Exkursion wieder tolle schweizerdeutsche Sprachverrenkungen gelernt. Ein Car ist nämlich nicht etwa ein Auto (wäre ja viel zu offensichtlich). Nein, ein Car ist ein Bus (wahrscheinlich sogar nur speziell ein Reisebus, aber das weiß ich nicht genau). Wir haben uns nämlich am Car-Parkplatz getroffen und das habe ich natürlich nicht sofort kapiert, daß damit ein Busbahnhof gemeint sein könnte.
Da auch für das Wochenende (23./24.6.) gutes Wetter angesagt war, beschlossen Christian und ich, daß es wieder Zeit für eine Skitour sei und so habe ich mich mal wieder bei Christian und Sonja (=2 SLF´ler, die ich meistens heimsuche, wenn ich nach Davos fahre) übers Wochenende einquartiert.
Am Freitag war noch ein Grillparty der Kellerkinder (=die Leute, die im SLF in der Unterkunft, die quasi im Keller des Institutes ist, wohnen) am Davoser See, zu der ich mich gleich noch mit eingeladen habe, da es da immer noch bzw. mittlerweile wieder Leute gibt, mit denen ich letztes Jahr dort zusammengewohnt habe. Da der Himmel dann doch nicht so super klar war (und wir ja auch nicht so früh von der Party verschwinden wollten) und der Wetterguru für Sonntag auch noch bessere Wetterbedingungen vorhergesagt hat, haben wir die Skitour und das damit verbundene frühe Aufstehen erstmal auf den Sonntag verschoben.
Somit blieb für den Sonnabend/Samstag* Zeit fürs biken, was ich dann auch ausführlich getan habe (vormittags eine Runde zu dritt, dann Schichtwechsel und noch eine Nachmittagsrunde zu zweit und danach war ich tot). Da ich kein Fahrrad mithatte, mußte ich mir eins leihen und bin somit zum ersten Mal in meinem Leben mit einem vollgefedertem Bike gefahren. Ist schon nicht schlecht. Wenn ich mal groß bin, werde ich mir bestimmt auch eins kaufen. Problem war nur, daß das Fahrrad für mich ein bißchen zu klein war und ich in Sandalen fahren mußte, da ich sonst nur noch Skistiefel mithatte, da biken nicht auf meinem Wochenendprogramm gestanden hatte.
Am Abend waren wir dann mal wieder am Davoser See grillen/braten/bräteln/grillieren*. Man muß es ja schließlich ausnutzen, wenn in Davos mal der Sommer ausgebrochen ist und man auch zu später Stunde noch draußen sitzen kann. Diesmal sind wir jedoch relativ früh nach Hause gegangen, da wir ja am nächsten Tag auf Skitour wollten.
Sind dann am Sonntag morgen gegen 3:00 Uhr am SLF weg und zum Albula-Pass gefahren. Die Wetterbedingungen waren tatsächlich ideal. Es war die ganze Nacht sternenklarer Himmel, so daß der Schnee toll abstrahlen und gut durchfrieren konnte. Allerdings muß dazu ja irgendwie auch ein bißchen Schnee da sein und als wir auf einmal auf dem Albula-Pass standen und wir immer noch nicht so richtig viel Schnee gefunden hatten, wurden selbst wir (=die bekloppten Deutschen, die selbst im Hochsommer noch auf Skitour gehen) ein bißchen skeptisch.
Ich war dann schon ein bißchen demotiviert und frustriert, was ich allerdings meistens bin, wenn ich nachts um 2:45 Uhr aufstehen muß. Nach diesem anfänglichen Schock sind wir dann trotzdem losgezogen und haben auch ziemlich schnell Schnee gefunden, so daß wir die Ski anschnallen konnten.
Aufstieg zum K2, im Hintergrund der Albula-Pass
Es ist wirklich noch eine geniale Skitour geworden mit herrlichem Wetter, super Schnee (auch bzw. gerade zum Runterfahren) und tollem Ausblick (z.B. auf den Piz Palü und die Bernina mit Biancograt) vom Gipfel.
Der Berg, auf den wir sind, heißt übrigens bei den Einheimischen dort inoffiziell K2 und ist auch so in der Karte angeschrieben. Zum Runterfahren haben wir dann sogar noch ein Bachtobel gefunden, in dem wir wirklich bis fast ganz an die Straße abfahren konnten. So mußten wir vielleicht noch 200 m zu Fuß gehen und waren dann gegen 10:30 Uhr wieder am Auto und gegen 12:00 Uhr wieder in Davos.
Christian und Spreizel bei der Abfahrt neben alten
Naßschneelawinen unterhalb der Pyramida
Den Freitag zuvor hatten Tilman und ich mehr oder weniger zufällig noch mitbekommen, daß nächste Woche eine Exkursion ist, auf die es für uns ganz sinnvoll wäre mitzufahren. Wir haben uns dann noch schnell angemeldet, was glücklicherweise ging, obwohl der Termin eigentlich schon lange vorbei war und auch das Geld schon eine Woche bezahlt hätte sein sollen. Es handelte sich bei dieser Exkursion um den Terrainkurs II. Das ist ein 7-tägiger Kartierkurs in den Alpen für die Studenten aus dem sechsten Semester. Das bin ich hier zwar offiziell noch nicht, aber ich fühle mich schon eher da zugehörig als zu den Viert-Semestlern.
Am Donnerstag (28.6.) war ich jedoch erstmal wieder mit den Geomorphologen auf Exkursion und zwar im Gletschervorfeld des Dammagletschers. Das ist kurz vor dem Gotthard-Pass bei Göschenen nach rechts weg und da noch ein Stück das Tal hoch. Das war auch wieder eine sehr schöne Exkursion, allerdings hat diesmal das Wetter nicht so richtig mitgespielt. Habe da ein Mädel kennengelernt, die irgendwie die letzten paar Jahre in Davos war und natürlich, wie könnte es anders sein, haben wir gemeinsame Bekannte gefunden (für alle Insider: und ratet mal wen ->natürlich Dani Buhl und Marc Christen!) Donnerstag abend habe ich dann schnell Rucksack aus- und anschließend wieder eingepackt und Freitag früh ging es dann los zum TK II im Tessin.
Juli
(speziell für die Jenaer Geologen: Dieser Kartierkurs entspricht in etwa der Fortgeschrittenen-Kartierung in Jena, nur ist er halt in den Alpen. Hier macht man dann außerdem noch einen 3. Kartierkurs und dieser ist dann in einem nicht-alpinen Gebiet.)
Wir sind mit dem Zug bis Airolo (Nest gleich hinter dem Gotthard) und von dort mit dem Bus bis Rodi-Fiesso gefahren. Dann ging es noch ein Stück mit der Bergbahn hinauf zum Lago Tremorgio und von dort zu Fuß zur Capanna Leit (2260 m NN.) unterhalb des Pizzo Campolungo, auf der wir die nächsten 7 Nächte verbracht haben.
(Für die Jenaer Geologen und alle anderen, die es interessiert:
Die Vorbesprechung/Vorbereitung zu diesem Kurs war schon ein bißchen anders, als ich es von zu Hause gewöhnt bin. Das liegt zum einen natürlich an der doch mehr durchorganisierten und geplanten und eher schulmäßigen Art der ETH und zum Großteil auch an dem (mittlerweile?) etwas merkwürdigem Prof., der diesen Terrainkurs betreut und das schon seit irgendwie 20 Jahren oder so. Es ist halt zum einen alles etwas durchorganisierter, als ich es von Jena gewohnt bin. Das ist an manchen Stellen gar nicht schlecht. Manchmal ist es auch einfach nur lächerlich, wenn einem z.B. auf dem Vorbereitungstreffen ausführlichst erklärt wird, wie man dann auf der Hütte auf einer Liste Striche malen muß, mit der am Ende die Getränke abgerechnet werden bzw. auf einem Merkzettel steht, man soll genug Wechselunterhosen mitnehmen (ok, letzteres war jetzt ein bißchen übertrieben).
Die Belehrungen sind auch ein wenig anders. Zumindest wurde mir in Jena vor einer Exkursion noch nie aufgezählt, wann wer auf welche Art umgekommen ist. Das hängt natürlich schon mit dem doch etwas anderen Gelände zusammen, aber meiner Meinung nach auch mit dem komischen Prof. Hier ein paar Zitate aus dem "Merkblatt für Diplomarbeiten am Departement für Erdwissenschaften, ETH Zürich", welches zur Vorbesprechung ausgeteilt wurde.
...Hansruedi Wettstein und Wilfried Beiss sind an solchen Stellen ums Leben gekommen.
...tödlicher Unfall von Beat Markus Lienhard...
...Unfall von Peter Käch durch Blitzschlag
...Schießanzeigen und Jagdzeiten beachten...
Und meinen absoluten Lieblingsabsatz in diesem Merkblatt gibt es sogar vollständig:
"Erlengebüsch ist heimtückisch: Man kann sich darin verfangen und ist dann sehr schwer zu finden."
(Hierzu gab es jedoch kein konkretes Beispiel, wem so etwas schon mal passiert ist - Ich nehme an, man hat die Leichen einfach noch nicht gefunden.)
Zum Feldkurs an sich:
Am ersten Tag, das heißt beim Aufstieg zur Hütte, gab es eine kurze Einführungsexkursion. Kartiert wurde zu zweit. Es wurde nicht jeder Gruppe genau ein Gebiet zugeteilt, sondern es wurde gesagt innerhalb welches größeren Gebietes kartiert werden soll/darf und den Ausschnitt an sich, den man daraus kartieren will, konnte man selbst festlegen. Insgesamt waren wir so ungefähr 10 Gruppen und unverhältnismäßig viele Betreuer (2 Profs. und jede Mengen Assistenten, zumeist Doktoranden), so daß fast auf jede Gruppe ein Betreuer kam. Wollte man einen mitnehmen, dann hat man sich auf einer Liste bei dem Betreuer seiner Wahl bzw. bei dem, der noch frei war, eingetragen und die sind dann mitgekommen. Zu kartieren gab es tolle metamorphe Gesteine und jede Menge Strukturen, wie man ja anhand des Fotos von der Falte schon sehen kann.

Blick von der Hütte auf die gegenüberliegende Talseite mit
toller Falte kurz vor dem allgemeinen morgendlichen Aufbruch
Die Faltenstrukturen da rauszubekommen war noch ziemlich schwierig, so daß wir meistens nicht so genau wußten, wo nun bei unseren Gesteinen oben oder unten ist bzw. in welchen Schichten wir uns gerade befinden. Je nachdem von welchem Dozenten man sich beraten lassen hat, hat man auch immer wieder verschiedenste Versionen gehört. Eine endgültige Lösung existiert halt bis jetzt noch nicht. Das war alles ziemlich interessant, da ich von diesem ganzen Tektonikzeugs keine Ahnung (mehr) hatte und da einiges mitbekommen habe.
Gesteinen hatten wir im Liegenden altes Kristallin, das schon mehrere Deformationen mitgemacht hat (angeblich mindestens 3, je nach Können und Phantasie kann man wohl Anzeichen für bis zu 6 Deformationsphasen finden). Dabei handelte es sich um Gneisse bzw. Glimmerschiefer, z.T. voller Granate, so daß die Steine alle aussahen, als hätten sie die Masern. Da drauf lagen dann tolle Meta-Karbonate (mehr oder weniger dolomitisch, mehr oder weniger grau, z.T. mit viel Tremolith, z.T. mit viel Phlogopit) und da drauf dann so eine Art Kalk-Glimmer-Schiefer, die sogenannten Bündnerschiefer. Die letzten beiden wurden anscheinend nur 1x deformiert und zwar zusammen mit dem alten Zeugs duktil bei der Deckenbildung.Die tolle Falte auf dem Bild besteht aus den Meta-Karbonaten.
Wir haben dann 5 Tage oder so mehr oder weniger fleißig kartiert. Der Bericht wurde im Gegensatz zu Jena nicht irgendwann nach 3 bis 4 Monaten gemacht, sondern er wurde gleich am letzten Tag des Feldkurses geschrieben. Das finde ich allerdings nicht so toll, mal davon abgesehen, daß der Bericht somit fertig war und man das jetzt weg hat. Ich kann a) auf so einer Hütte mit 20 Leuten um mich rum nicht besonders gut arbeiten b) fand die Zeit ein bißchen arg knapp und c) hätte halt gerne das eine oder andere noch einmal nachgesehen. So ist (bei uns zumindest) wahrscheinlich ein ziemlich schlechter Bericht dabei rausgekommen. Ich finde es allerdings ein bißchen schade, denn ich habe doch einiges gelernt auf dem Kurs und war auch motiviert, mir nochmal ein bißchen was anzusehen. Jetzt werde ich mich allerdings wahrscheinlich nicht mehr dazu aufraffen können. Ideal für so einen Kurs wäre wahrscheinlich ein Termin so nach 1 bis 2 Wochen, damit man gezwungen ist, sich gleich hinzusetzen, solange die Erinnerungen noch frisch ist, aber man halt auch ein bißchen Zeit hat, mal noch etwas nachzulesen bzw. zu sehen.)
Nachdem am Donnerstag Abend der Bericht dann endlich fertig und abgegeben war, haben wir uns mal ein bißchen intensiver mit den Alkoholvorräten in der Hütte befaßt. Allerdings war zu diesem Zeitpunkt das Bier schon seit 2 Tagen alle, so daß uns nur der Wein blieb. Den Weinvorrat haben wir dann auch noch ziemlich dezimiert. Es war noch ein ziemlich lustiger Abend (Ja, auch die Schweizer können lustig sein!) mit viel Wein (kaum Weib->Frauen sind auch in der Schweiz in der Geologie Mangelware) und Gesang, wobei das Wort Abend nicht so genau zu nehmen ist, denn ich bin erst ca. 4:30 Uhr schlafen gegangen. Das Aufstehen kurz danach fiel dann ziemlich schwer, aber es war ja dann nur noch Hütte aufräumen, Abstieg und Rückfahrt nach Zürich angesagt. Der Hüttenwart (kommt anscheinend nur zum Wochenende hoch) hat angeblich ziemlich geflucht, als er auf der Hütte angekommen ist und kein Bier da war. Anscheinend haben wir so ziemlich den ganzen Alkoholvorrat vernichtet, der eigentlich für den gesamten Sommer gedacht war.
|
|
|
|
abendliches Bad im See bei Hütte
|
|
Professer Neill M. (rechts) am Erklären
|
Insgesamt war der Feldkurs eine wirklich gute Sache und ich bin froh, daß ich mich noch durchgerungen hatte mitzufahren. (Ich war nämlich anfänglich schon ziemlich skeptisch, da ich zum einen halt kaum jemanden kannte und zum anderen das Gefühl hatte, vom Kartieren keine Ahnung zu haben. Letzteres ist zwar immer noch so, dafür kenne ich aber jetzt die meisten Leute aus dem 6. Semester)
Freitag nachmittag habe ich mich dann erstmal auf die Couch geknallt und ein bißchen geruht. Bin dann allerdings nachts nochmal in die Stadt reingefahren, da ja gerade Zürifäscht war. Dabei handelt es sich um ein großes Volksfest, was wohl bloß alle 3 oder 4 Jahre stattfindet. Das ging von Freitag nachmittag bis Sonntag nachmittag (6./7./8.7.) und spielte sich wirklich in der gesamten Innenstadt ab. Insgesamt waren wohl jeden Tag so eine knappe halbe Million Leute unterwegs (Zürich selbst hat 350000 Einwohner) und gekostet hat das ganze 5,5 Millionen CHF. Davon gingen alleine schon 500000 CHF für 2 große Feuerwerke drauf, die über dem See von mehren Booten aus abgeschossen wurden. Eines war am Freitag zu Popmusik und eines am Sonnabend zu klassischer Musik.

Feuerwerk am Zürifäscht
Am Freitag bin ich eigentlich nur, um mir das Feuerwerk anzusehen, nochmal in die Stadt gefahren und habe da auch noch gar nicht so richtig kapiert, was das für ein gigantisches Fest eigentlich ist. Am Sonnabend Abend bin ich dann mit Fabienne (Bekannte aus Davoser Zeiten), ihrem Freund und einer Freundin so gegen 19:00 Uhr in die Stadt. Wir sind dann ein bißchen am See entlang gelaufen und haben uns das ganze mal angesehen. Es ist noch schwierig zu beschreiben, was da eigentlich los war. Zunächst waren halt erstmal unheimlich viele Leute los, dann gab es Stände über Stände, wo man verschiedenste Sachen zum Essen und Trinken kaufen konnte, es waren Karussells aufgebaut und viele kleine Bühnen und ein paar große Bühnen, auf denen Musik gespielt und getanzt, etc. wurde. Dann gab es verschiedenste Vorstellungen, wie z.B. eine Flugshow über dem Zürichsee, irgendwelche Leute die "Klippen"springen aus dem Heli in den Zürichsee gemacht haben, die Gebrüder Weisheit (aus Gotha) haben ihre Hochseilartistik aufgeführt, und, und, und.

Formationsflug über dem Zürichsee
Am meisten haben mich aber die unglaublich vielen Leute beeindruckt. Die Straßen waren wirklich randvoll. Als wir uns einen guten Platz zum Feuerwerk angucken suchen wollten, sind wir auf der Rathausbrücke wirklich einfach stecken geblieben - nichts ging mehr. Witzig war noch, wie sich innerhalb dieser Menschenmassen auf den Straßen dann doch "Strömungen" herausgebildet haben. Das sah von oben zum Teil recht lustig aus, wie sich so die einzelnen "Strömungen" in verschiedenen Richtungen aneinander vorbei bewegt haben. Gegen 4:00 Uhr bin ich dann langsam nach Hause gegangen und es waren in der Innenstadt immer noch unheimlich viele Leute unterwegs - die Straßen waren noch richtig voll (auch mit unheimlich viel Müll allerdings).
Während des Festes fuhren sogar im Gegensatz zu sonst alle Straßenbahnen (in der Schweiz Tram genannt), Busse, S-Bahnen, etc. die ganze Nacht durch, so daß ich auch gut nach Hause kam. (Normalerweise ist man nämlich in Zürich (wo ich doch anfänglich dachte, es wäre eine Großstadt) spätestens um Mitternacht restlos aufgeschmissen, wenn man auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen ist, denn dann fahren einfach keine mehr.)
An dieser Stelle fällt mir auch gerade noch ein, daß es für mich doch auch ziemlich beeindruckend ist, wie selbstverständlich hier doch überall in der Öffentlichkeit gekifft wird. Als wir am Nachmittag bei Fabienne los sind, hat ihr Freund vorher schnell noch erstmal einen Joint gebaut, den wir dann an der Straßenbahnhaltestelle geraucht haben. Während des Feuerwerkes ging dann auch wieder ein Joint rum (was an der Stelle auch gut paßte, fand ich) und generell riecht und sieht man ständig Gras bzw. Leute, die kiffen, wenn man durch Zürich geht. Habe mir sagen lassen, bisher konnte man hier Duftbeutelchen mit Hanf kaufen, wobei die Duftsäckchen praktischerweise so Plastik-Zipper-Bags sind, da die Leute das Zeug sowieso nicht zum dran riechen gekauft haben. Das ist jetzt wohl mittlerweile nicht mehr gestattet, aber ein Kommilitone hat mir erzählt, daß er sich halt jetzt Badezusatz kauft, den man auch prima rauchen kann (was für ein Zufall).
Nach diesem Wochenende war ich erstmal ziemlich tot und habe mich am Montag mal ordentlich ausgeschlafen. Die Woche dann habe ich im Prinzip jeden Tag im Computer-Pool verbracht, da ich zusammen mit Tilman noch dran bin, ein Studienprojekt fertigzustellen für eine Erfahrungsnote und zwar versuchen wir aus einem Höhenmodell und der digitalisierten geologischen Karte des Matterhorns mit Hilfe eines Programmes namens Gocad die Geologie in 3D zu modellieren.
(Anmerkung zur Erfahrungsnote, vornehmlich für die Jenaer Geologen gedacht: Im Hauptstudium hat man hier ein paar obligatorische Fächer zu absolvieren und sonst eine bestimmte Stundenzahl, die man mit Fächern seiner Wahl zusammen bekommen muß. Für die obligatorischen Veranstaltungen braucht man einfach eine Unterschrift, das man teilgenommen hat, denn in diesen wird man dann ja später im Diplom auch geprüft. In den anderen Veranstaltungen bekommt man Erfahrungsnoten, die dann später auch mit einem bestimmten Anteil in die Diplomnote eingehen. Was so eine Note allerdings genau ist bzw. wie die vergeben wird, weiß anscheinend niemand so genau. So hängt es einfach vom Dozenten ab: bei manchen werden einfach Übungsaufgaben benotet, bei manchen hält man einen Vortrag, oder man schreibt einen Bericht oder modelliert die Geologie des Matterhorns in 3D, oder, wie es mir gestern gerade passiert ist bei einem GIS-Kurs (siehe später), bekommt man einfach pauschal eine 5,25.)
Mitte der Woche fiel mir dann ein, daß Christian (=Bekannter aus Davos) mir mal erzählt hatte, daß sie = 5 Leute aus Davos, davon 2 Deutsche, 2 FranzoÖsInnen und sogar eine Schweizerin (für die Quote) vorhatten am Freitag zum Gurten-Festival (Open Air auf dem Gurten, dem Hausberg der Berner mit z.B. Morcheeba, den Ärzten, Thomas D, St.Germain, etc. ) zu fahren. Am Donnerstag abend habe ich mir dann gedacht, da könnte ich eigentlich auch mitfahren und habe mal nachgesehen, ob es noch Karten gibt und habe doch tatsächlich auch noch eine bekommen für den Freitag.
Freitag früh habe ich dann mal in Davos angerufen, um mal nachzufragen, wie die das ganze organisieren, da ich zu dem Zeitpunkt noch keine Ahnung hatte, wie ich da hinfahren soll und wie ich wieder zurückkomme. Dann hat Christian mir erstmal einen völlig vollgestopften Plan fürs ganze Wochenende vorgelegt (Freitag: nach Bern fahren und dort bei Christian2 = Ex-Davoser Praktikant einquartieren und dann Gurtenfestival, dort noch 2 ehemalige DavoserInnen treffen (einer davon jetzt in Lausanne) Sonnabend: schlafen, in Richtung Lausanne begeben und dort abends beim Stadtfest mitmischen Sonntag: biken und wieder nach Hause begeben) und ich habe mich da noch mit eingeklinkt. Ich bin dann mit dem Zug nach Zug gefahren (nur für Tilman: pun, play on words, ha, ha) und habe mich dort mit der Davoser Crew getroffen und wurde mit ins Auto verladen. Dann sind wir weiter nach Bern, haben dort unser Zeug bei Christian2 abgeladen und sind zum Gurtenfestival los. Dort waren wir von ca. 18:00 Uhr bis ungefähr um 3:30 Uhr und haben uns da amüsiert. Haben uns u.a. Morcheeba, GMF, St. Germain angehört. War echt gut. Mit dem Wetter hatten wir noch ziemlich viel Schwein. In Zürich hatte es nämlich den ganzen Vormittag geschifft, wie aus Kübeln. Bei der Fahrt nach Bern ist es dann immer besser geworden und als wir auf dem Gurten waren, schien dann die Sonne. In der Nacht wurde es dann zwar wieder schlechter, aber bis auf einen kurzen Regenguß blieb es trocken. Die Leute, die für alle 3 Tage auf dem Festival waren, hatten da sicher mehr Probleme, denn ab Sonnabend nachmittag hat es eigentlich unaufhörlich geschüttet. Aber andererseits waren ein Großteil der Leute sowieso so breit, daß sie das nicht gestört hat. Was da für Marihuana-Wolken aufgestiegen sind, war wieder schwer beeindruckend. Die Leute müssen da mit "kiloweise" Grass angereist sein.
Am Sonnabend haben wir erstmal bis Mittag geschlafen und sind dann noch in die Stadt baden gegangen. Da gibt es ein nettes, öffentliches Bad mit allem drum und dran (Schwimmbecken, Sprungturm, Beachvolleyballplatz, etc.) und außerdem fließt an dem Bad die Aare, in der man auch schwimmen kann, dran vorbei. Wir sind dann vom Bad aus vielleicht 500 m flußaufwärts gelaufen, dort von einer Brücke aus in die Aare gesprungen und haben uns mit der Strömung durch die Stadt treiben lassen und sind beim Bad wieder ausgestiegen. Das ist schon nett, wenn man im Fluß so durch die Stadt schwimmen kann.
Gegen Nachmittag sind wir weiter Richtung Lausanne, wo gerade einer der beiden, mit denen wir uns noch am Gurten getroffen haben, wohnt. Beim Sachen zusammenpacken in Bern habe ich dann festgestellt, daß die Schweiz doch recht klein ist. Da kamen irgendwie noch Bekannte von Christian2 (dem Berner, bei dem wir gepennt haben) vorbei und einer von denen war natürlich ein Kollege (tolles Schweizerdeutsches Wort für Bekannter, Kommilitone, Kumpel, etc.) von mir, mit dem ich mich auf dem Terrainkurs angefreundet hatte. Wir haben wohl beide etwas verblüfft geguckt.
In Lausanne haben wir uns erstmal an den Genfer See gesetzt und dort ein Picknick gemacht. Dabei haben wir ganz fasziniert zugesehen, wie über den See langsam ein Gewitter auf uns zukam. Das war so beeindruckend, daß wir nicht mehr rechtzeitig gegangen sind und auf einmal mitten im Platzregen standen. (Ab diesem Zeitpunkt hat es dann den Rest des Wochenendes unaufhörlich weitergeregnet.) Als nächstes stand eine Theateraufführung auf dem Programm. Im Lausanner Theater wurde Bertold Brechts "Mann ist Mann" auf Deutsch (!) von der "Schaubühne am Lehniner Platz" aus Berlin aufgeführt. Das ganze hat anscheinend die Stadt im Rahmen des Stadtfestes organisiert und finanziert, denn der Eintritt war frei. Das hätte ich auch nie gedacht, daß ich ausgerechnet im französisch-sprechenden Teil der Schweiz mir mal ein Berthold Brecht Stück ansehen würde. Auf jeden Fall hat es mir gut gefallen, wenngleich ich mir vorstellen könnte, daß durch die Art der Inszenierung ein bißchen vom eigentlichen Inhalt verloren gegangen ist. Werde mir auf jeden Fall mal das Stück jetzt durchlesen, da ich es bisher noch nicht kannte.
Danach sind wir noch durch die Stadt gezogen, in der auch wieder verschiedenste Bühnen aufgebaut waren, auf denen musiziert wurde. Eine "bemerkenswerte" Band hat so eine Art FunPunk gespielt. Und zwar, soweit ich zugehört habe, haben sie nur schon existierende Lieder (von Weihnachtsliedern bis Biene Maja) "verpunkt" und dabei halt eine witzige Show abgezogen. Alle hatten fiese Perücken und unglaubliche Sonnenbrillen auf, der Schlagzeuger hatte ein Balletkleidchen an, alle hatten so Schwimmflügel an den Armen, ... Leider hat es halt den ganzen Abend/Nacht geschüttet, so daß wir uns dann doch meistens innerhalb irgendwelcher Bars aufgehalten haben. Ich bin dann so gegen 3:00 Uhr schlafen gegangen, ein Teil der Leute ist noch weiter in eine Disco und kam dann so gegen 5:00 Uhr wieder. Am Sonntag ist dann ein Teil der Leute ins Kino gegangen. Ich bin mit Norbert ein bißchen durch Lausanne gelaufen und sind dann noch in einer Ausstellung gewesen, wo Indianerfotos, die ein gewisser Curtis um die Jahrhundertwende (natürlich nicht die vom 20. zum 21.) aufgenommen hat, ausgestellt waren. (Biken fiel aufgrund des ziemlich lausigen Wetter aus.) Lausanne scheint eine wirklich schöne Stadt zu sein, nach dem zu urteilen, was ich von der Stadt mitbekommen habe. Hat mir sehr gut gefallen.
Am späten Nachmittag ging es dann zurück, wobei wir natürlich in den obligatorischen Gotthard-Stau gekommen sind. In Zug bin ich dann mit meinem Fahrrad wieder in den Zug gestiegen und bin nach Hause gefahren. Insgesamt war es ein total geniales Wochenende, in dessen Verlauf die Davoser (ich nicht ganz) im Prinzip einmal quer durch die gesamte Schweiz und wieder zurückgefahren sind.
Am Abend habe ich dann noch mit unserem neuen Mitbewohner (Robert aus München, verheiratet, 2 Kinder; der die letzten Jahre in Como/Italien verbracht und dort gearbeitet hat; der jetzt einen Job in Zürich hat und übergangsweise hier wohnt, bis er eine Wohnung gefunden hat) bis 2:00 Uhr morgens über die DDR diskutiert, so daß ich wieder nicht zum Ausschlafen gekommen bin, da ich am nächsten Morgen recht früh aufstehen mußte, da ich Mo, Die und Mi noch einen Kurs (Einführung in GIS) besucht habe.
Montag war ich mal seit ewigen Zeiten wieder im Kino. Wir haben uns "Monday" angesehen, ein völlig schräger, japanischer Film - super lustig, aber zum Teil sehr makaber (zu Beginn des Filmes explodiert gleich erstmal eine Leiche). Ansonsten habe ich halt diese Woche fleißig Kurs besucht, dieses Mail nach und nach fertig geschrieben, Sachen organisiert und gestern war ich sogar mal wieder Basketball spielen.
Somit bin ich jetzt mit diesem Mail bei heute (16:30 Uhr am 20.7.01) angelangt und bin heilfroh, daß ich endlich fertig bin (Ihr wahrscheinlich auch, daß jetzt endlich Schluß ist, falls Ihr es überhaupt bis hierher durchgelesen habt.). Eigentlich wollte ich dieses Mail ja schon vor 1 Woche abschicken, bin aber irgendwie nie dazu gekommen, es fertig zu schreiben.
Eines fällt mir allerdings gerade noch ein, was ich noch schreiben bzw. worüber ich mich noch aufregen wollte. Und zwar handelt es sich um den Verkehr in Zürich. Das Ampeln zum Teil total bescheuert geschaltet sind, bin ich ja aus Jena gewohnt. Aber die Schweizer haben anscheinend die rote Welle erfunden. Fährt man an der einen Ampel bei Grün los, kommt man an der nächsten genau dann an, wenn sie gerade auf Rot geschaltet hat. Dazu kommt noch, daß man auf einer Strecke von 300 m unter Umständen dann auch noch 3 bis 4 Ampeln hat (teilweise ist mir nicht klar, aus welchem Grund die da stehen) und dazwischen noch mindestens 2 Fußgängerüberwege auf jedem Teilstück. Sobald auch nur ein Fußgänger in die Nähe so eines Überweges kommt, halten die Autos auch unweigerlich an, so daß ich schon einige Male irgendwelchen Autos mit meinem Fahrrad fast hinten rein gefahren wäre, da sie plötzlich irgendwo aus mir unerklärlichen Gründen abrupt anhalten.
Ein anderes Thema sind auch diese Fußgänger. Komme ich mit meinem Fahrrad an so einen Übergang und sehe da so einen Fußgänger, bremse ich halt schon weiter vorne ein wenig ab, so daß der Fußgänger in Ruhe über die Straße gehen kann und ich nicht ganz anhalten muß. Diese Rechnung ist aber halt ohne die Zür'cher Fußgänger gemacht und geht deshalb nicht auf. Der durchschnittliche Zürch'cher Fußgänger guckt einen nur erwartungsvoll an und geht aber nicht los (Weil er sich nicht getraut oder nur um mich zu ärgern? Ich weiß es nicht.), sondern wartet bis ich dann doch direkt am Übergang stehe und notgedrungen angehalten habe und geht dann über die Straße, während ich ihn innerlich verfluche. Ok, somit wäre dieses Thema auch abgehandelt und ich kann jetzt beruhigt aufhören.
SCHLUß (Zürich, 20.7.01)

Blick über den Zürichsee von Seefeld in Richtung Bürkliplatz
* Je nach Nationalität bzw. Bundesland / Kanton
Ist das jetzt aus der Gleichstellungsbeauftragten-Sicht korrekt geschrieben, Sonja? (bzw. wie schreibt man Franzosen und Französinnen in einem Wort)
Zurück
|